Arbeitsgemeinschaft des privaten Agrargewerbes Niedersachsen

 
 
   
   
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Pressemitteilungen

     

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  Vorernte Pressegespräch Juni 2010
 

  Walter Ulrich

Stellvertretender Vorsitzender
Deutscher Kartoffelhandelsverband e. V. (DKHV)
moderierte am 23. Juni 2010
das Vorernte-Pressegespräch – Kartoffeln.

 
Es wurden folgende Themen behandelt:
 
 

Kartoffeln
 

 

Mengenengpass bei Frühkartoffeln
 

 
  • Langer Winter und spätes Frühjahr lassen Engpässe bei Frühkartoffeln erwarten

  • Aussagen für Freilandware sind noch nicht möglich

  Mengenengpass bei Frühkartoffeln
   
 

Auf Grund des lang anhaltenden Winters und der recht ungünstigen Witterung in diesem Frühjahr deutet sich ein Mengenengpass bei Frühkartoffeln an. Ab Ostern dominierte erneut alterntige Ware in den Regalen des LEH, nach dem zu Ostern durch zahlreiche Werbung bereits viele ausländische Frühkartoffeln in den Läden zu finden waren. Der Markt insgesamt war sehr ruhig. Kartoffeln aus dem Ausland konnten bisher in Menge und Qualität nicht überzeugen. Daher war es Ziel der Kartoffelanbieter, die deutsche Ware dem Markt anzubieten, solange es die Qualitäten zuließen und bis die hiesigen Frühkartoffeln zur Verfügung standen.

   
  Frühkartoffelmarkt Ausland
   
 

Bis zur KW 23 bediente sich der Markt an Kartoffeln aus Ägypten, Israel, Portugal, Zypern, Italien, Spanien und der Türkei. Die Mengen und Qualitäten stellten sich als problematisch heraus. Ägypten lieferte verstärkt in Richtung Osten, aus israelischer Sicht war das Eurogebiet bisher nicht attraktiv genug. In beiden Ländern gehen die Mengen zur Neige. Zypern und Italien konnten den Ausfall nicht kompensieren, da die Anbauflächen nicht ausgedehnt wurden bzw. die Qualitäten nicht erreicht wurden.

In Spanien ging die Anbaufläche um 45 Prozent zurück. Trotzdem hofft man inzwischen auf Partien von der iberischen Halbinsel. Starker Niederschlag sorgte jedoch für einen Rodestopp und damit weitere Probleme. Die Preise für Top Partien liegen zurzeit bei 63 €/dt, franko. Bezüglich der Versorgungslage bleibt es hinsichtlich Menge und Qualität weiterhin spannend.

   
  Frühkartoffelmarkt Inland
   
 

In der Pfalz starteten Ende Februar die Auspflanzungen. Es kam zu einem Wintereinbruch. Am 12. März wurden die Pflanzungen fortgesetzt, eine Woche später waren 50 Prozent der 3900 Hektar bestellt. Guten Boden- und Witterungsverhältnissen folgten kalte Temperaturen im Mai. In der KW 21 (nach Pfingsten) wurde für die Direktvermarktung bereits geerntet. Die Belieferung des LEH aus der Region folgte in der 25. / 26. Woche (jetzt).

In Niedersachsen begann die Auspflanzung mit dem 15. März später als in anderen Jahren. Durch die starken Niederschläge Ende März mussten die Arbeiten unterbrochen werden. In der KW 15 wurden die letzten Kulturen mit Vlies zugedeckt. In den ersten Beständen wurde zeitgleich die Folie abgenommen. Kurz darauf kam Frost. Frühe Freilandware fror ab.

Anfang Mai gab es weitere Fröste. In der KW 20 erfolgten erste Rodungen für die Großmärkte HH, HB und das Ab-Hof-Geschäft. Nicht vorgekeimte, mittelfrühe Ware war zum Teil in der KW 21 noch nicht aus der Erde. Die Bestände sind sehr ungleichmäßig aufgegangen. Durch die langsame Jugendentwicklung besteht verstärkte Gefahr für Rhizoctonia. Freilandware liegt etwa zwei bis drei Wochen zurück. Der Rückstand kann sich jedoch je nach Witterung reduzieren. Der Standort Burgdorf profitiert auch in diesem Jahr von seiner guten Wasserversorgung.

Von den 2700 bis 2800 Hektar im Raum Burgdorf stehen 750 Hektar unter Folie. Dies erweist sich in diesem Jahr als zu gering. In der Pfalz sind 1200 Hektar - knapp ein Drittel der Fläche - unter Folie. Insgesamt sind die Bestände unter Folie gut und homogen. Für die Freilandware ist eine Aussage dazu derzeit nicht möglich.

   
  Ausblick Frühkartoffelmarkt Inland
   
 

Das Wetter wird auch in Deutschland weiter für Turbulenzen sorgen. Sowohl die Pfalz als auch Baden-Württemberg hatten viel Regen.

Man ist versucht trotz der beschriebenen Marktsituation an der Festschaligkeitsinitiative festzuhalten.

Generell ist davon auszugehen, dass bei einer zu frühen Umstellung der Ketten auf deutsche Ware die Festschaligkeit nicht immer zu 100 % durchzusetzen ist.

Aus südlichen Gebieten wird bereits von Phytophtora berichtet. Eine Verbreitung bei dem windigen Wetter könnte sehr wahrscheinlich sein.

Die Erzeugerpreise lagen in der 1. Junidekade über 70 €. Zum Vergleich hier die Preise der letzten Jahre:

   
 

 

  Anbauentwicklung 2010
   
 

Der Anbau von Kartoffeln bewegt sich mit etwa 265.800 Hektar (plus 0,8 Prozent) auf niedrigem Niveau (Quelle destatis). In Niedersachsen ist die Anbaufläche um 0,7 Prozent auf 116.900 Hektar zurückgegangen. In Mecklenburg-Vorpommern werden 17.900 Hektar angebaut. Das entspricht einem Zuwachs von 25,3 Prozent – nach einem Rückgang im Jahr davor um 7 Prozent. Die weiteren wichtigsten Kartoffelanbaugebiete in Zahlen: Bayern 45.000 ha (-1,3 %), NRW 29.500 ha (-2,6 %), Sachsen-Anhalt 13.300 ha (+3,9 %).

   
  Schätzung der Haupternte:
   
 

 


In diesem Jahr stellt sich daher die Frage: wie können die Chancen, die sich durch die bestehende Marktsituation ergeben, bestmöglich genutzt werden.

   
 

Text im PDF-Format:

   

Presse: Anzeiger Burgdorf & Uetze - Titelseite vom 24.06.2010:

 

 

Ansprechpartner der agw
 

 
  • Konrad Weiterer
    (Vorsitzender der agw) Landesgruppe Niedersachsen
    im Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), Bonn
  • Walter Ulrich
    (Stellvertretender Vorsitzender der agw) Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
  • Bruno Fehse
    Präsident des Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), Bonn
  • Torsten Renken
    Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
  • Peter Rautenschlein
    Präsident der Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V.
  • Peter Link
    Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
  • Thomas Mang
    Präsident des Sparkassenverband Niedersachsen
  • Günter Distelrath
    Geschäftsführer des Sparkassenverband Niedersachsen
  • Hans-Heinrich Haarnagel
    Pressereferent der agw

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