Arbeitsgemeinschaft des privaten Agrargewerbes Niedersachsen

 
 
   
   
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  Vorernte Pressegespräch Juni 2010
 

  Konrad Weiterer

Landhandel Weiterer GmbH und
1. Vorsitzender der agw Landesgruppe Niedersachsen im Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA)
moderierte am 23. Juni 2010
das Vorernte-Pressegespräch – Getreide.

 
Es wurden folgende Themen behandelt:
 
 

Getreide
 

 

Getreidepreise profitieren vom schwachen Euro
 

 
  • Die Euro-Schwäche erweist sich als unerwartete Hilfe für die Landwirte.

  • Deutschland bleibt zweitgrößter Getreideexporteur der EU.

  • Nach ersten Schätzungen werden in der EU in 2010 knapp 287 Mio. t Getreide geerntet.

 

Die Euro-Schwäche erweist sich als unerwartete Hilfe für die Landwirte. Seit der Euro an Boden gegenüber dem Dollar verloren hat, hat sich das Blatt auf dem Getreidemarkt gewendet, wie Konrad Weiterer, Vorsitzender des privaten Agrargewerbes Niedersachsen (agw), letzte Woche im Rahmen eines Pressegesprächs auf dem Betrieb Kartoffel Deyerling Dollbergen GmbH berichtete.

Noch zum Jahresbeginn hatten die niedersächsischen Getreidebauern die Hälfte ihrer alten Ernte eingelagert – in der Hoffnung, dass sich die Preise bis zum Frühsommer erholen. Jetzt würden die Silos, vor allem in Norddeutschland, geräumt, so Weiterer weiter. Der schwächere Euro kurbele den Getreideexport der EU und damit vor allem Deutschlands an. Bis zur diesjährigen Getreideernte, die in knapp vier Wochen beginnt, dürften die Lager laut Weiterer geleert sein.

Dank der guten Nachfrage aus dem Ausland steigen auch die Getreidepreise. Der Vorsitzende der agw rechnet auch nicht damit, dass die Getreidepreise während der neuen Ernte noch stark ins Rutschen kommen – jedenfalls solange nicht, wie sich an den derzeitigen Wechselkursen von Dollar und Euro nicht viel ändere.

Damit bleibe Deutschland, nach Frankreich zweitgrößter Getreideexporteur der EU, aber laut Weiterer bei der Qualität die Nummer eins, ein gefragter Lieferant besonders für die nordafrikanischen Länder sowie Saudi-Arabien und den Iran. Dort seien wegen Wassermangels teilweise schlechtere Ernten zu erwarten, so dass diese Länder auf Dauer mehr Getreide für ihre Versorgung einführen müssten. Die Saudis etwa hätten die Bewässerung ihrer Felder eingestellt, weil sie zu teuer geworden sei, erklärte Weiterer. Insgesamt hat Deutschland im Wirtschaftsjahr 2009/10 rund 6 Millionen Tonnen Getreide exportiert.

Nach ersten Schätzungen wird für die EU in diesem Jahr eine Getreideernte von knapp 287 Millionen Tonnen erwartet, nach 293,5 Millionen Tonnen im Jahr zuvor, auf Deutschland entfallen danach rund 46 Millionen Tonnen, verglichen mit 49,4 Millionen Tonnen 2009. Für Niedersachsen wird eine Ernte von 6 bis 6,7 Millionen Tonnen vorhergesagt, 2009 waren es 6,8 Millionen Tonnen. Grund ist die Reduzierung der Anbauflächen um insgesamt 5,5 Prozent.

   
 

Fazit
 

 
  • Trotz zweiter Rekordernte in Folge werden die Weizenläger in Deutschland insbesondere im Norden geräumt. Im Vergleich zum Vorjahr werden keine Mengen überlagert.

  • Höherer US-Dollar-Kurs beflügelt den Weizenexport aus der EU und aus Deutschland.

  • Lediglich Gerste in der Größenordnung von 6,5 Mio. to landet EU-weit in der Intervention.

  • Es wird eine mittlere bis gute Getreideernte 2010 erwartet.

  • Witterungsbedingt werden die Erntearbeiten wahrscheinlich 10-12 Tage später beginnen.

  • Die Folgen von eventuell noch kommenden Wetterkapriolen sind allerdings noch offen.

  • Die globale Konjunkturentwicklung bleibt allerdings ein Risiko.

  • Ebenso bleibt das US-Dollar-Kurs-Währungsrisiko bestehen.

  • Die Lockerung der chinesischen Währung Yuan an den US-Dollar könnte allerdings für Europa Vorteile bringen.

  • Aufgrund der anziehenden Weltkonjunktur und der Erholung der Wirtschaft ist insgesamt eine positive Marktaussicht erkennbar. Die Stimmung an den Agrarmärkten ist deutlich positiver, wodurch der langfristige Trend nach oben zeigt.

  • Die Getreidevermarktung sollte in mehreren Chargen vorgenommen werden, insbesondere immer die wieder auftretenden kurzfristigen Chancen nutzen.

 

Text im PDF-Format:

   

Presse: Hildesheimer Allgemeine Zeitung Seite 6 vom 24. Juni 2010:

   
 

 

Ansprechpartner der agw
 

 
  • Konrad Weiterer
    (Vorsitzender der agw) Landesgruppe Niedersachsen
    im Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), Bonn
  • Walter Ulrich
    (Stellvertretender Vorsitzender der agw) Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
  • Bruno Fehse
    Präsident des Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA), Bonn
  • Torsten Renken
    Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
  • Peter Rautenschlein
    Präsident der Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V.
  • Peter Link
    Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
  • Thomas Mang
    Präsident des Sparkassenverband Niedersachsen
  • Günter Distelrath
    Geschäftsführer des Sparkassenverband Niedersachsen
  • Hans-Heinrich Haarnagel
    Pressereferent der agw

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