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Die
Euro-Schwäche erweist sich als
unerwartete Hilfe für die Landwirte.
Seit der Euro an Boden gegenüber dem
Dollar verloren hat, hat sich das
Blatt auf dem Getreidemarkt
gewendet, wie Konrad Weiterer,
Vorsitzender des privaten
Agrargewerbes Niedersachsen (agw),
letzte Woche im Rahmen eines
Pressegesprächs auf dem Betrieb
Kartoffel Deyerling Dollbergen GmbH
berichtete.
Noch zum
Jahresbeginn hatten die
niedersächsischen Getreidebauern die
Hälfte ihrer alten Ernte eingelagert
– in der Hoffnung, dass sich die
Preise bis zum Frühsommer erholen.
Jetzt würden die Silos, vor allem in
Norddeutschland, geräumt, so
Weiterer weiter. Der schwächere Euro
kurbele den Getreideexport der EU
und damit vor allem Deutschlands an.
Bis zur diesjährigen Getreideernte,
die in knapp vier Wochen beginnt,
dürften die Lager laut Weiterer
geleert sein.
Dank der guten
Nachfrage aus dem Ausland steigen
auch die Getreidepreise. Der
Vorsitzende der agw rechnet auch
nicht damit, dass die Getreidepreise
während der neuen Ernte noch stark
ins Rutschen kommen – jedenfalls
solange nicht, wie sich an den
derzeitigen Wechselkursen von Dollar
und Euro nicht viel ändere.
Damit bleibe
Deutschland, nach Frankreich
zweitgrößter Getreideexporteur der
EU, aber laut Weiterer bei der
Qualität die Nummer eins, ein
gefragter Lieferant besonders für
die nordafrikanischen Länder sowie
Saudi-Arabien und den Iran. Dort
seien wegen Wassermangels teilweise
schlechtere Ernten zu erwarten, so
dass diese Länder auf Dauer mehr
Getreide für ihre Versorgung
einführen müssten. Die Saudis etwa
hätten die Bewässerung ihrer Felder
eingestellt, weil sie zu teuer
geworden sei, erklärte Weiterer.
Insgesamt hat Deutschland im
Wirtschaftsjahr 2009/10 rund 6
Millionen Tonnen Getreide
exportiert.
Nach ersten
Schätzungen wird für die EU in
diesem Jahr eine Getreideernte von
knapp 287 Millionen Tonnen erwartet,
nach 293,5 Millionen Tonnen im Jahr
zuvor, auf Deutschland entfallen
danach rund 46 Millionen Tonnen,
verglichen mit 49,4 Millionen Tonnen
2009. Für Niedersachsen wird eine
Ernte von 6 bis 6,7 Millionen Tonnen
vorhergesagt, 2009 waren es 6,8
Millionen Tonnen. Grund ist die
Reduzierung der Anbauflächen um
insgesamt 5,5 Prozent. |