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Jahresschluss
Pressegespräch Dezember 2011
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Torsten Renken
Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV),
Berlin
Lünekartoffel Vertrieb,
Südergellersen |
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Walter Ulrich
(Stellvertretender Vorsitzender der agw)
Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
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Es wurden
folgende Themen behandelt:
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Deutsche
Kartoffelernte 2011
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Die
deutsche Kartoffelernte lag im Jahr
2011 mit 11,9 Millionen Tonnen 17,6
% über dem Vorjahresergebnis.
Grundlage dieser Zahlen sind
Proberodungen des
Bund-Länder-Sachverständigenausschusses
für die besondere Ernte- und
Qualitätsermittlung. Veröffentlicht
werden diese Zahlen von dem
Bundesministerium für Ernährung,
Land-wirtschaft und
Verbraucherschutz. Als Grund für die
gestiegenen Erntemengen werden die
erhöhten Hektarerträge in
Kombination mit leicht ausgedehnten
Anbauflächen angegeben. Die
Hektarerträge liegen im Durchschnitt
in 2011 bei 460 dt/ha, was im
Vergleich zu 2010 einem Plus von
15,4 % entspricht. Die Anbaufläche
dehnte sich um 2,0 % aus.
Niedersachsen
Weiterhin
größter Kartoffelerzeuger bleibt
Niedersachsen mit einer Menge von
5,42 Millionen Tonnen. Dies
entspricht einem Plus von 18% im
Vergleich zum Jahr 2010.
Niedersachsen stellt damit 45 % der
in Deutschland geernteten
Kartoffeln. Die Anbaufläche breitete
sich mit 1,9% weniger stark aus als
im Bundesdurchschnitt, die
Hektarerträge stiegen mit 14,5%
(471,9 dt/ha) stärker. Hinter
Niedersachsen liegt Bayern mit einer
Erntemenge von 2,09 Millionen Tonnen
und Nordrhein-Westfalen mit 1,56
Millionen Tonnen. |
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Marktsituation
Die momentane
Marktsituation ist unter anderem ein
Ergebnis aus dem Jahresverlauf in
Kombination mit weiteren externen
Effekten. Die Betrachtung beginnt
daher in der Frühkartoffelzeit. In
den Märkten dominierten bis zur KW
26 ausländische Frühkartoffeln.
Meist aus den Gebieten Spanien und
Portugal. In Anschluss nahm jedoch
die deutsche Ware in den Regalen der
Vollsortimenter zu. Die Ware stammte
größtenteils aus der Pfalz, die
bereits bis zur KW 26 ein Volumen
von 15.000 to vermarktet hatten. In
der KW 26 bezogen die ersten
Discounter Frühkartoffeln aus der
Pfalz, die Nachfrage lag jedoch
unter den Erwartungen. Die
Umstellung auf deutsche Ware vollzog
sich generell eher schleppend. Der
Ansatz wurde in der Pfalz als
geringer beschrieben, dies sowohl in
den frühen als auch in den
Anschlusssorten. In Niedersachsen
wurden den ebenfalls die ersten
Bestände früh Reife gefördert. Dies
aber primär, um den Anteil von
Übergrößen zu reduzieren. Für die
weitere Vermarktung galt als
oberstes Ziel weiterhin, die
Qualitätsoffensive Festschaligkeit
auch in diesem Jahr zu halten, die
allen Marktbeteiligten wesentliche
Vorteile gebracht hat. Die
Haupternte hatte durch den
Vegetationsvorsprung früher begonnen
als in den vergangenen Jahren, wurde
jedoch in verschiedenen Regionen
immer wieder durch Regenschauer
unterbrochen. Auf dem Markt entstand
durch die Haupternte ein zunehmender
Angebotsdruck. Zwar konnten
Werbungsaktionen im Anschluss an die
Ferienzeit helfen die überschüssigen
Frühkartoffelmengen zu räumen, diese
lösten das Problem jedoch nicht
vollständig. Oftmals dienten die
Werbeaktionen auch dazu, bereits
einen Teil der Haupternte im Markt
zu platzieren. Für diesen Teil der
Ware blieb jedoch nur ein begrenztes
Volumen übrig. Die Betriebe waren
daher darauf angewiesen, zusätzliche
Lagerkapazitäten zu schaffen, die
zum Teil nicht frostsicher waren.
Der Angebotsdruck blieb daher
wesentlich länger bestehen als
üblich, obwohl die Temperaturen in
den meisten Fällen keine
schlagartige Räumung notwendig
machten. Die Qualitäten waren bis zu
diesem Zeitpunkt durchschnittlich.
Der Anteil Übergrößen war und ist je
nach Erzeuger sehr unterschiedlich.
Eine extreme Übermenge von
Übergrößen, die viele zu
Vegetationsbeginn vorausgesagt
hatten, blieb bis jetzt aus. Die
Möglichkeiten diese in der Industrie
zu platzieren, könnten sich als
schwierig herausstellen, da die
Preise zum einen nachgeben und zum
anderen Größenvorgaben nach oben
bestehen.
Wurden die
Qualitäten zur Haupternte noch als
durchschnittlich beschrieben, zeigt
sich ein zunehmend anderes Bild. Die
wechselnde Witterung mit wesentlich
höheren Temperaturen stellt die
Betriebe vor eine schwierige
Aufgabe. Die konstante
Temperaturführung erwies sich zum
Teil als schwierig. In ungünstigen
Situationen wurde den Kartoffeln
über die Lüftung zu viel
Feuchtigkeit entzogen und die
Kartoffeln zeigen bereits jetzt
Lagerdruck. Neben dem Lagerdruck
stellt uns in diesem Jahr jedoch der
„Silberschorf“ vor weitaus größere
Probleme. Der Begriff „
Silberschorf“ wird in der Praxis
meist für alles verwendet was auf
den Knollen silbern schimmert, es
ist jedoch zwischen Silberschorf
(Helmithosporium solani) und der
Welkekrankheit (Colletotrichum
coccodes) zu unterscheiden. In den
letzten Jahren ist in Deutschland
ein sehr deutlicher Anstieg des
Knollenbefalls mit Silberschorf zu
beobachten. Auf erdfreien bzw.
gewaschenen Knollen fallen
silbergraue, unregelmäßige Flecken
unterschiedlicher Größe auf. Der
Erreger dringt in die Korkschicht
der Knollenschale ein und löst
dieses Zellgewebe. Der dadurch
entstehende Zwischenraum füllt sich
mit Luft, was zur Bildung des
silbrigen Glanzes der Schale führt.
Silberschorf und Colletotrichum sind
im eigentlichen Sinne kein Mangel,
sondern beeinträchtigen nur das
Erscheinungsbild negativ. Für den
Verbraucher bedeutet der Pilzbefall
keine Gefährdung. Bei der
Zubereitung der Kartoffeln ist (mit
dem Schälen der Knollen) mit einem
einfachen Schälschnitt alles
komplett entfernt.
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Es ist davon
auszugehen, dass sich die
Problematik mit zunehmender
Lagerzeit weiter verschärfen wird.
Neben den qualitativen Problemen
existiert weiterhin ein
Mengenproblem. Dem beschriebenen
Angebotsdruck steht auch eine
verhaltene Nachfrage gegenüber. Es
ist daher zu hoffen, dass das
Weihnachtsgeschäft etwas Belebung in
den nationalen Markt bringt. Zu
wünschen wäre des Weiteren eine
zunehmende Belebung im
Exportgeschäft. In Vergleich zu
anderen Jahren ist die bis jetzt
gehandelte Menge wesentlich
reduzierter. |
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Die Preise
sind zurzeit auf einem stabilen
Niveau, die weitere Entwicklung ist
jedoch noch unklar. Sowohl die
Entwicklung der Qualitäten, im
Rahmen der weiteren Ausbeute der
Partien, als auch die weitere
Nachfragesituation kann die
Marktentwicklung wesentlich
beeinflussen. Für die Betriebe ist
es daher ratsam die Partien in den
Lägern genau zu beobachten und das
Potential am Markt genau
einzuschätzen. Eine weitere Lagerung
lohnt sich nur, wenn evtl.
Lagerzuschläge höher sind als die
Abzüge in diesem Zeitraum. Die
Gefahr von höheren Abzügen ist sehr
groß, da Lagerdruck und Silberschorf
schnell zunehmen. |
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Die Situation bei
Stärkekartoffeln und
Trockenprodukten Die
Stärkekartoffelerzeuger
freuen sich in diesem Jahr
über gute Erträge. Nur durch
diese hohen Erträge ist der
Kartoffelstärkeanbau
rentabel, wie Walter Ulrich
vom DKHV berichtet. Die
geschlossenen Verträge
werden zu 95 bis 100 Prozent
erfüllt. Da im kommenden
Jahr die Subventionen
wegfallen, wird mit einem
Rückgang der Anbauflächen
gerechnet. Er wird aber
nicht so stark ausfallen wie
zuerst angenommen. Die
Trockenproduktehersteller
arbeiten mit voller
Auslastung ihrer Fabriken.
Der Absatz dieser Produkte
in Europa und Übersee ist
nach wie vor sehr gut.
Kartoffelstärke ist nicht
durch andere Stärkearten
substituierbar.
Walter
Ulrich
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Torsten
Renken, Lünekartoffel Vertrieb,
Südergellersen
Hans-Heinrich Haarnagel, h3 Agentur
für Presse und PR-Beratung,
Algermissen |
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Text
im PDF-Format: |
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Präsentation Torsten Renken
am 08.12.2011:
Jahresschluss-Bericht
2011 |
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Ansprechpartner der agw
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- Konrad
Weiterer
(Vorsitzender der agw) Landesgruppe
Niedersachsen
im Bundesverband der
Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA),
Bonn
- Walter Ulrich
(Stellvertretender Vorsitzender der agw)
Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV), Berlin
- Bruno Fehse
Präsident des Bundesverband der
Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA),
Bonn
- Torsten Renken
Deutscher Kartoffelhandelsverband e.V. (DKHV),
Berlin
- Peter
Rautenschlein
Präsident der Bundeslehranstalt Burg
Warberg e.V.
- Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V.,
Warberg
- Thomas Mang
Präsident des Sparkassenverband
Niedersachsen
- Günter
Distelrath
Geschäftsführer des Sparkassenverband
Niedersachsen
-
Hans-Heinrich Haarnagel
Pressereferent der agw
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